"Osterzeit in Polen"

Nachdem wir letzte Woche die Wohnung endlich geputzt hatten, konnte Ostern endlich kommen. Am Mittwoch haben wir in der Einrichtung schon Ostern gefeiert. Dafür haben sich alle ganz schick angezogen, ein großer Oster-Buffet-Tisch wurde aufgebaut und ein buntes Programm mit musikalischer Unterhaltung wurde geboten. Bevor wir uns dann über das leckere Essen hermachen konnten, sind wir der polnischen Tradition nachgegangen, sich gegenseitig ganz persönlich etwas zu wünschen. Das war neu für mich, ist aber ein sehr schöner Brauch und ich habe tolle Sachen gesagt bekommen. In diesem Moment war eine ganz besondere Atmosphäre im Raum.

Donnerstags haben wir einen Ausflug mit unseren Jüngsten in der Einrichtung gemacht. An diesem Tag haben die Erzieher zum ersten Mal wirklich Interesse an mir gezeigt und wir sind ein wenig ins Gespräch gekommen. Ich habe herausgefunden, dass die Mitarbeiter in der Einrichtung über die Ankunft von Lina und mir gar nicht informiert wurden. Nachdem wir plötzlich da waren und auch noch alle Rechte hatten (Parkplatz, Wohnung, Generalschlüssel, Teilnahme an Teamsitzungen,...) waren die Mitarbeiter nicht so gut auf uns zu sprechen. Zum Glück konnten wir die Missverständnisse aus der Welt schaffen und hoffen, dass die Zusammenarbeit in Zukunft besser läuft!

Am Freitag durfte ich endlich wieder zu meiner Familie und konnte zum ersten Mal seit langer Zeit einfach nichts tun und entspannen. Am Abend war ich natürlich ganz vorbildlich und treu auf einem Kreuzweg, der zwar lange aber wunderschön war. Wir sind im Dorf Regulice auf einen kleinen Berg gelaufen, auf dem ein riesiges leuchtendes Kreuz steht, dass man fast überall im Dorf sehen kann. Am Samstag habe ich mein Osterkörbchen geweiht und am Sonntag und Montag in der Früh war ich in der Ostermesse. Ich muss zugeben, dass es mir sehr gut gefallen hat, einfach in die Kirche zu gehen ohne irgendwas vorzubereiten oder sich um etwas kümmern zu müssen. Trotzdem freue ich mich natürlich wieder aktiv in St. Joseph beteiligt zu sein!!! Keine Angst ich komme wieder. *muhahaha*

Am Ostersonntag hatten wir natürlich viel Besuch und am Abend haben meine drei Cousins, eine Freundin und ich die Grillsession eröffnet *freu*. Eine Flasche Wodka, Whisky und eine klein wenig Bier mussten dran glauben.

 

Die Freundin ist dann glatt gegen die Tür gelaufen, weil sie diese nicht mehr gesehen hat… *hihi* Das hat meine Tante natürlich mitbekommen und ist in der Nacht raus gekommen um aufzuräumen. *lach* Es war ein toller und warmer Abend, sodass wir bis spät in der Nacht draußen sitzen konnten.

Am Ostermontag gibt es einen weiteren ganz besonderen Brauch in Polen: „Schmingus Dingus“. An diesem Tag bespritzt man sich mit Wasser – soviel wie möglich. Der Erste ist der Beste!Nachdem man das in Deutschland nicht kennt, habe ich die Gelegenheit sofort genutzt, mir eine Wasserpistole geschnappt und die Gegend unsicher gemacht *yeah*

Leider musste ich am Dienstag wieder zurück nach Krakau, und musste zum ersten Mal mit einem kleinen Privatbus fahren, der zwischen Krakau und Regulice pendelt. Natürlich hatte der Bus bei strömendem Regen eine halbe Stunde Verspätung… *grrr* Die Busfahrt müsst ihr euch so vorstellen, wie Touristenbüsse in Südländern: holprig und eng. *g* Der einzig Unterschied war nur, das gute Musik gelaufen ist *lach*.

Nach einem schönen Arbeitstag (wir waren mit den Jugendlichen aus der Einrichtung Bowlen) sind wir am Abend endlich endgültig umgezogen!!!

Ärgerlich war nur, dass das Internet nicht auf Anhieb funktioniert hat, was sich nach vielen Telefonaten zum Glück erledigt hat.

Ich hatte eine Woche voller Eindrücke und schöner Erlebnisse. Nachdem wir jetzt umgezogen sind, hoffe ich das ich mehr Zeit haben werde mehr Menschen kennen zu lernen und endlich die Stadt ein wenig kennen zu lernen!

1 Kommentar 9.4.10 00:29, kommentieren

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"Schock in der neuen Wohnung"

Jetzt muss ich doch glatt überlegen, an welchem Punkt ich aufgehört habe zu berichten…

Genau, das alles einwandfrei und gut verlaufen ist mit dem Mietvertrag und der Wohnung. Ansonsten ist meine Praktikumswoche ohne weitere Besonderheiten verlaufen. Wir durften uns in dieser Woche auch andere Einrichtungen von „U Siemachy“ ansehen, was eine interessante und positive Erfahrung war, unsere Einrichtung im Vergleich zu anderen zu sehen. Aber wie versprochen schreibe ich euch noch einen Eintrag, was das für eine Einrichtung ist und was ich dort genau mache. Ihr müsst entschuldigen, durch die ganze Wohnungssuche war ich sehr beschäftigt… *schäm*

Am Freitag (26.03) war es dann soweit, Lina und ich haben uns auf in die „neue“ Wohnung gemacht, um uns ein wenig umzusehen und sauber zu machen. Wir waren schockiert, was wir dort vorgefunden haben. Die Wohnung war regelrecht zugemüllt, was auf den ersten Blick schon zu sehen war, aber nicht in diesem Ausmaß. Die Lina hat sich das Bad vorgenommen, in dem erst einmal der Ausfluss geleert werden musste, weil er verstopft war. Ich habe schlichte Holzregale nicht sauber bekommen, weil diese wahrscheinlich jahrelang nicht geputzt worden sind. Das Beste ist, das die Hälfte der Fenster in unserer Wohnung mit Silikon zugeklebt worden sind, weil es im Winter wahrscheinlich gezogen hat und kalt war *kopfschüttel*. Ich musste das Fenster in meinem Zimmer mit einem Messer aufschneiden, damit ich mal durchlüften kann. Aus versteckten Ecken habe ich Glassscherben, Hufeisen, kleine Stahltürchen und sogar einen Fressnapf rausgekramt *iiiiiiiiihhhhhgitt*. Diese Wohnung zu putzen war ein einziges unvergessliches Erlebnis. Wir haben zusätzlich den ganzen Samstag und Sonntagnachmittag gebraucht, um die ganze Wohnung einmal durchzuputzen und einigermaßen sauber zu bekommen. Sonntagvormittag waren wir beim IKEA, damit wir uns die Wohnung gleich ein wenig bewohnbar machen konnten, nach dem Schock *lach*.

Jetzt ist meine erste Wohnung zum Glück bereit zum einziehen!!! Nach der ganzen Putzaktion habe ich nämlich jeden Knochen in meinem Körper gespürt. Eins kann ich euch versichern, das war effektiver als jeder Sport *g*.

Um mein Wochenende in Krakau müsst ihr mich also nicht beneiden und jetzt wisst ihr ungefähr, wie die Umstände in Polen sind.

Ich bin auf jeden Fall total glücklich, dass wir die Wohnung soweit fertig haben und im Laufe der Woche nur noch einziehen müssen. Am meisten freue ich mich an Ostern endlich zu meiner Familie fahren zu können, damit ich nach dem ganzen Stress endlich mal wieder abschalten kann. Denn nach Ostern geht es bei mir weiter mit einem großen Institutionsbericht und dann besuchen mich auch schon meine Ersten Lieben (Lora und Niggey) *yuhuuuuuu*.

Ich wünsche Euch Allen ein wunderschönes und besinnliches Osterfest, das Ihr mit den Menschen die Ihr gern habt genießen könnt! Denkt auch ein wenig an mich und vergesst mich nicht!!!!!!

 

(*schnief* Mein erstes Osterfest das ich nicht in St. Joseph verbringen kann...)

3 Kommentare 30.3.10 11:30, kommentieren

"Meine erste Wohnung"

Auch meine dritte Woche habe ich ganz gut überstanden!

Am Montag fing es schon ganz anspruchsvoll mit der aller ersten Gitarrenstunde meines Lebens an. Leider nimmt das sehr viel Zeit in Anspruch und ist gar nicht so einfach wie es aussieht *lach* Ich hoffe, das ich mich auf meinen Hintern setzte und ein wenig Gitarre spielen lerne!!!

Oooohhhh, in dieser Woche war ich richtig böse….

 Ich habe einen Hautarzt gesucht, da ich wegen meinen vielen Allergien jeden Monat eine Spritze bekommen sollte. Erstmals war ich bei einem Privatarzt, der mir 20 Euro pro Sitzung abknöpfen wollte, obwohl ich das Mittel und die Spritzen schon selber dabei habe. Der hatte mich in die Klinik in Krakau geschickt. Dort angekommen war es eine Kunst, überhaupt die dermatologische Abteilung zu finden…. Nachdem mich jemand hingeführt hat, und das auch nur, weil sie gerade auf dem Weg dorthin war, konnten mir die Schwestern an der Rezeption nichts erklären. Die Ärztin hat zu den Schwestern gesagt, dass sie mir eine Adresse aufschreiben sollen und sie konnten mir auf all meine Fragen nicht antworten. Sie haben mir indem sie mir den Rücken zugewendet haben, mit den Schultern gezuckt haben und ganz abweisend waren zu verstehen gegeben, dass ich sie in Ruhe lassen soll. Das war echt total unverschämt!!!!

Jetzt mache ich das privat bei meiner Tante im Dorf….

Langsam mussten sich die Lina und ich ranhalten, um endlich eine Wohnung zu finden. Nach fleißiger Suche und vielen langen Telefonaten, war es endlich soweit:

„Silvias ERSTE Wohnungsbesichtigung“

Wir haben zu erst eine 2-Zimmer-Studentenaltbauwohnung angesehen. Von dort hätten wir einen halbstündigen Fußweg in die Arbeit, die Wohnung ist zentral (gute Straßenbahnverbindung), liegt im preislichen Rahmen (ca. 200 € pro Person mit allen Nebenkosten), ist möbliert und relativ groß (ca. 55 qm). Die zweite Wohnung die wir angesehen haben, war eine richtig moderne und wunderschöne Wohnung, die aber viel kleiner und teurer war und die Vermieterin hat darauf bestanden (trotz einer langwierigen Diskussion), sie bis Ende September zu vermieten, was für uns natürlich total sinnlos ist. Da es in Krakau gerade nicht so gut aussieht, was Wohnungen betrifft, haben wir sofort dem Vermieter der ersten Wohnung zugesagt. Dieser hat uns am Montagabend sofort eingeladen, den Mietvertrag zu unterschreiben.

Uuuuuuuuuuund gestern haben wir erfolgreich unsere Kaution übergeben und den Mietvertrag unterschrieben *freu*. Meine erste richtige Wohnung!!!!

Bevor wir einziehen können, haben wir aber noch einige Arbeit vor uns….. *lach*

Ansonsten war ich am Wochenende wieder bei meiner Familie und habe die Zeit mit ihr sehr genossen. Mein Cousin hat mich am Sonntag wieder nach Krakau gefahren und mir endlich alle Bushaltestellen gezeigt, damit ich notfalls auch mal alleine zu meiner Oma fahren kann! Ich frage mich bis heute, wie da jemand durchblicken soll, der neu in diese Stadt gekommen ist… *kopfschüttel*

Oder stelle ich mich zu doof an??? *lach*

Ah, was noch erwähnenswert wäre, ist:

Auch in Polen ist der Frühling eingekehrt!!!

In dieser Woche hatten wir zum ersten Mal seit langem Sonnenschein und annehmbare Temperaturen!!! So macht das Leben in Krakau Spaß.

1 Kommentar 23.3.10 10:05, kommentieren

"Home Sweet Home"

Soooooo, nachdem ich die erste Woche gut überstanden habe, sind wir letzten Samstag (6.03) nach Zywiec zu der Verwandtschaft von der Lina gefahren. Das ist in den Bergen und es war ein wunderbarer Anblick. Ich konnte mich von dem Wohnzimmerfenster (bei der Oma von der Lina) nicht mehr trennen, da man von dort aus einen direkten Blick auf die schneeweißen Berge und einen riesigen zugefrorenen See hatte. Das war Traumhaft!!!!  Dort haben wir Übernachtet und konnten es natürlich nicht lassen deutsches Fernsehen anzusehen, und haben die wunderbare Show „Deutschland sucht den Superstar“ genossen. (No Comment please ) *lach*

Am Sonntag waren wir in dem Ort natürlich ganz vorbildlich in der Kirche und sind dann wieder zurück nach Krakau. Die zweite Woche in der Einrichtung verlief viel besser als die erste, da wir anfingen nicht mehr gemeinsam zu arbeiten, sondern unsere eigenen Wege zu gehen. Somit bin ich mit den Erziehern und Kindern viel besser ins Gespräch gekommen. Damit Ihr wisst, was ich konkret in der Einrichtung mache, werde ich mich bemühen im Laufe der Woche einen Extra-Blog-Eintrag zu machen!

Ansonsten habe ich mich dich Woche alleine ein wenig in Krakau umgesehen, da ich unbedingt einen Bus finden wollte, der zu meiner Oma fährt. Doch liebe Leute, alle meine Versuche waren erfolglos….. Ich habe im Internet gesucht, habe an der Information im Hauptbahnhof nachgefragt, habe auf dem Busparkplatz nachgefragt, ja ich habe sogar einen Busfahrer und viele Menschen auf den Straßen befragt…. KEINER konnte mir über den Abfahrtsort oder die Abfahrtszeit dieses Busses nach Regulice irgendeine Auskunft geben! Aber das langt ja alles nicht:

Während ich durch die Straßen von Krakau spaziert bin, ist auch noch eine Frau von einem Mann bedrängt worden. Von den vielen Menschen auf der Strasse hat NIEMAND reagiert, echt schockierend!!!!!

Die Silvia geht natürlich hin und fragt, ob die Frau Hilfe braucht. Sie hat natürlich ja gesagt und dann stand ich da und wusste nicht wie man in Polen die Polizei ruft…. In der Not habe ich dann ein Polizeigespräch simuliert, da mir keine bessere Lösung eingefallen ist.  Zum Glück hat der Mann sie losgelassen und das ganze ist noch mal gut ausgegangen  Wie Ihr seht, wird mir nicht langweilig. *schmunzel*

Diesen Samstag (13.03) hat mich mein Cousin Rafl abgeholt und zu meiner Oma gefahren, nachdem es mir nicht gelungen ist, das selber in die Hand zu nehmen.  „Home Sweet Home“

Es war total super meine Verwandten wieder zu sehen, ein wenig mit ihnen zu quatschen und in der familiären und gewohnten Umgebung zu relaxen!!! Am Nachmittag habe ich mit meinem Cousin Lukasz ein Fotoshooting gestartet, von dem Rohbau meiner Eltern (meine Eltern bauen ein kleines Einfamilienhaus auf dem Grundstück meiner Oma), die Sehnsüchtig auf Bilder gewartet haben. Die Ihr übrigens auch zu sehen bekommt, sobald ich herausgefunden habe, wie ich sie hochladen kann (Frauen und Technik *g*). Am Sonntag war ich wieder in der -aber diesmal vertrauten- Kirche und am Nachmittag hat mein zehnjähriger Cousin Dawid seinen Geburtstag nachgefeiert. Bei drei verschiedenen Torten und einem Gläschen Wein haben meine Verwandten das tolle Album bewundert, das Ihr mir gemacht habt. Jeder hat gesagt, dass es etwas ganz Tolles und Wertvolles ist. Nochmals vielen Dank an alle, die daran beteiligt waren!!!*knutsch*

Ich habe mich zum ersten Mal seit langem endlich wieder zu Hause gefühlt und war richtig glücklich

3 Kommentare 15.3.10 23:09, kommentieren

Meine erste Woche im wunderschönen Krakau :)

Nach vielen schwierigen und traurigen Abschieden, sind meine Mitbewohnerin und ich am 28. Februar endlich mit dem Auto nach Polen gefahren. Nach einer fast zehnstündigen Fahrt, waren wir endlich bei meiner Oma *freu* Doch bevor wir das Haus erreicht haben, mussten wir uns durch ein Schlammfeld kämpfen, woran man sich in Polen wohl gewöhnen muss

Nachdem ich erfreut meine Family getroffen habe, sind wir am nächsten Morgen weiter nach Krakau gefahren. Dort wurden wir freundlich von den Mitarbeitern der Einrichtung empfangen. Zu unserer großen Überraschung, haben wir eine wirklich schöne Dachwohnung von der Einrichtung zur Verfügung gestellt bekommen. Inzwischen habe ich mich auch gut in meiner neuen Umgebung eingelebt und in der Einrichtung läuft es von Tag zu Tag besser. Ich verstehe so gut wie alles, nur das reden fällt mir noch ein wenig schwer!

Soweit ist es super gelaufen. Meine Mitbewohnerin hat alles im Griff Die kleine Silvia stand nämlich bei ihrem ersten großen Einkauf im riesigen Einkaufszentrum ganz verloren zwischen den vielen Reglen und Menschenmassen und wusste gar nicht wo sie anfangen sollte :D Wenn da die Lina nicht gewesen wäre.... *schmunzel*

Insgesamt geht es mir also gut, bis auf, das ich euch alle sooooooooooooooooooooooooo.... arg vermisse *schnief*

6 Kommentare 9.3.10 20:59, kommentieren